Das Projekt SCHOOL@MUL

Die Montanuniversität Leoben hat in der Vergangenheit bereits verschiedene Anstrengungen unternommen, Kindern und Jugendlichen die Welt der technischen Wissenschaften und vor allem natürlich die montanistischen Fachbereiche näherzubringen. Jedoch musste die Erfahrung gemacht werden, dass nur wenigen Schülerinnen und Schülern die Berufsfelder, die ihnen nach einer Ausbildung an der Montanuniversität Leoben offen stehen würden, bekannt sind. Intensiviert erscheint dieses Informationsdefizit bei Kindern und Jugendlichen, die aufgrund ihrer familiären Herkunft über keine Nähe zu Hochschulen verfügen. Auch wurde die Notwendigkeit erkannt, noch mehr Maßnahmen zu setzen, um verstärkt Mädchen und junge Frauen für ein Studium an der Montanuniversität Leoben zu begeistern, und Industrie und Wirtschaft postulieren generell einen MINT-Fachkräftemangel.

Im Zentrum des Projekts SCHOOL@MUL stehen daher die Entwicklung und die Umsetzung eines vielfältigen und attraktiven Bildungsangebots für Kinder und Jugendliche der Region Leoben rund um die Fachbereiche der Montanuniversität Leoben, welche den gesamten Wertschöpfungskreislauf umfassen: von den Rohstoffen zu den Grundstoffen über die Werkstoffe bis zum fertigen Produkt und am Ende des Lebenszyklus zu Entsorgung bzw. Recycling zu neuen Rohstoffen.
Themenschwerpunkte des Bildungsangebots werden „Kunststofftechnik“ und „Metallurgie“ (2017) bzw. „Primär- und Sekundärrohstoffe“ (2018) sein. Pro Jahr nehmen 30 Klassen (ca. 750 Kinder und Jugendliche) der Partnerschulen an SCHOOL@MUL teil. Dazu kommen bis zu zehn weitere Schulen, die über einen Kooperationszuschuss der FFG mit eigenen Vorhaben am Projekt andocken können.

Um Kinder und Jugendliche unabhängig von ihrer sozialen Herkunft zu erreichen, ist SCHOOL@MUL – im Gegensatz zu anderen „Kinderuni“-Konzepten – nicht als Freizeitaktivität für Nachmittage, Wochenenden oder Ferien geplant. Es stünde nämlich zu befürchten, auf diese Weise verstärkt jene Kinder und Jugendliche zu erreichen, deren Familien bereits über eine gewisse Affinität zur Montanuniversität verfügen bzw. die ihren Nachwuchs generell auch außerschulisch besonders fördern. Daher sollen die Kinder und Jugendlichen im geschlossenen Klassenverband über die Schulen angesprochen und eingeladen werden. Durch diese Maßnahme soll auch sichergestellt werden, dass Mädchen im gleichen Ausmaß wie Buben erreicht werden.